• August Macke
    Förderpreis 2018

    Bewerbungsschluß ist der 31. Mai 2018

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    Preisträger seit 1959

    Carl Josef Hoffmann, Gebhard Schwermer - 1959

    Carl Josef Hoffmann
    wurde 1925 in Attendorn geboren. Nach dem Studium an den Kölner Werkschulen, erwarb er sich durch die Teilnahme an vielen Einzel- und Gruppenausstellungen schnell Bekanntheit im In- und Ausland. Als Bildhauer arbeitet er in Bronze, Wachs, Holz und Stein. Klare Formen und glatte Flächen sind bevorzugte Elemente seines Schaffens, das sich vor allem Motiven der belebten Natur widmet: treffend und elegant stilisierte Tierkörper im Bronzeguss, aber auch in Reliefs und Flachformen aus Holz oder Blei. Der Künstler, der 1992 den Kulturpreis des Kreises Olpe erhielt, lebt und arbeitet in Attendorn.

    www.dos-kunstundnatur.de/kuenstler/19/ - 14k


    Gebhard Schwermer

    geboren in 1930 Arnsberg ,verstorben in 2007 Konstanz, studierte Malerei an der Kunst-Akademie Düsseldorf bei Otto Pankok und anschließend Geschichte an der Universität Münster. Von 1957 – 1992 unterrichtete er Kunst und Geschichte an Gymnasien in Düsseldorf und Hilden, blieb jedoch stets weiter in Kontakt zu seiner Heimatstadt. Neben seiner Lehrtätigkeit setzte er intensiv die eigene künstlerische Arbeit und Entwicklung fort. Es entstehen Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen. Mit zahlreichen Einzelausstellungen ist er – zumeist im Rheinland - vertreten gewesen und hat ein an Umfang und Qualität außergewöhnliches Werk hinterlassen. Vor allem Architektur und Landschaft geben die Themen für seine früh gefundene Bildsprache: kein geschöntes Idyll, sondern die spröden Ausdrucksformen des Alltäglichen. Diese „Zeichen der Zeit“, anschauliche Zeugen für den Fortgang von Geschichte, die sich in Spuren der Abnutzung, der Zerstörung und des Verfalls offenbaren, zeigt er schonungslos in fast fotorealistischer Schärfe und legt doch eine zarte, melancholische Schönheit frei. Schwermer dürfte zu den bemerkenswertesten Malern der Neueren Moderne mit Herkunft aus dem Sauerland zählen. Eine umfangreich Retrospektive seines Werkes war mit großer Resonanz von Juni bis Oktober 2008 im Schloss Cappenberg bei Unna zu sehen.

    www.de.wikipedia.org/wiki/Gebhard_Schwermer

    www.kreis-unna.de

    Christa Biederbick-Tewes - 1964

    Christa Biederbick-Tewes geboren 1940 in Balve, studierte von 1958 bis 62 Grafik an den Werkkunstschulen in Dortmund und Münster sowie von 1964 bis 70 Malerei an der HfBK Berlin (West) als Meisterschülerin bei Prof. Bachmann. Sie ist seit 1969 als freie Bildhauerin tätig. Von 1978 bis 79 war sie als Villa- Massimo-Stipendiatin in Rom, es folgte eine Gastdozentur in Hamburg und eine Professur für Bildhauerei an der Universität Mainz von 1991-2001. Ihre Formensprache wendet sich von frühen abstrakten Entwürfen entschieden zum Gegenständlichen. Die oft lebensgroßen Menschengestalten arbeitet sie vorzugsweise aus den Materialien Polyester oder Holz, die sie übermalt und mit Alltagsgegenstände ausstattet. Die bildnerische Formulierung der Figur im Raum zielt bei allem Realismus niemals auf die illusorische Nachahmung einer äußeren Erscheinung. Vielmehr enthüllt sie gerade im nüchternen „Einfrieren“ der alltäglich-banalen Sekunde das Abgründige der menschlichen Existenz, die verborgenen, sozialen Machtgefälle noch in intimsten Beziehungen, die Gefährdung und Verletzlichkeit des Individuums zwischen den Rastern der Geschlechterollen. Christa Biederbick-Tewes ist Mitglied der freien Akademie der Künste Hamburg und des Deutschen Künstlerbundes. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

    www.galerie-rose.de/Christa_Biederbick/Christa_Biederbick.html

    www.justartgalerie.de/Biederbick.htm

    Christine Bandau-Meschede, Ruth Hoffmann, Claus Harnischmacher 1969

    Ruth Hoffmann

    geboren in Darmstadt, lässt in großformatigen Mosaik-Reliefs und Materialbildern ihre Auseinandersetzung und Verbundenheit mit dem „Grund und Boden“ der Landschaft erkennen. Durch die Verarbeitung von Steinen, Sand, Erden und Naturmaterialien, in Stein-Mosaiken, Sandbildern und in Aquarellen mit Mineral-Pigmenten wird ihr Schaffen, das durch eine konkrete, regionale Landschaftsarchitektur inspiriert ist, zur Fortführung der Geologie in künstlerisch abstrahierter Form. Auch Fundstücke, oft Fragmente von Gebrauchsgegenständen werden integriert. Der Reiz eines Materials, das unbeachtet am Wegrand liegt, und die Montage dieser Spuren zur „Landschaft des Bildes“ ist zentrales Element dieser Arbeiten. Schieferplatten werden zu Hügeln, ein alter Weinleseeimer zum Bergrücken, Hasendraht und rostige Nägel zu Weinbergen. Farben der Natur, Blau, Braun, Grün und Grau prägen die Stimmungen, warme Erdtöne dominieren. Das Auge zu sensibilisieren für den "Zauber im Alltäglichen" und den regional spezifischen Charakter der Kulturlandschaften, ist Wunsch und Absicht der Künstlerin. Ruth Hoffmann lebt und arbeitet in Siefersheim, südwestlich von Mainz.


    www.main-rheiner.de
    Menü: Archiv, 15.11.05, Ausstellung im Kulturhof Eckelsheim

     

    Claus Harnischmacher

    geboren 1939 in Drolshagen, ist freischaffender Maler, Graphiker und Lyriker. Nach einer Ausbildung zum Steinmetz und Bildhauer im Kloster Maria Laach und dem Studium an den Kölner Werkkunstschulen war er zeitweise als Werbegraphiker tätig. Er ist Mitglied des Künstlerbundes Südsauerland. Seine vielschichtigen Arbeiten, die er in den Medien Fotografie, Graphik, Comic, Malerei, Materialcollage, und Objektkunst ausführt, verweisen auf einen präzisen, unbestechlichen Blick für Prozesse der Natur und die Kreisläufe von Entstehung und Vergänglichkeit. Sie schöpfen aus einem reichen Fundus an historischem, naturwissenschaftlichem und kunstgeschichtlichtlichem Wissen, das er mit den Phänomenen der modernen Technologien kontrastiert, neu befragt und ordnet. So entstehen als Ergebnis surreale, oftmals geradezu apokalyptische Bildgeschichten, in deren Zentrum zumeist der Mensch als Individuum steht. Erläuternde Titel oder ein lyrischer Text des Künstlers öffnen den Zugang und machen Verschlüsselungen transparent. Claus Harnischmacher lebt in Siegen /Drolshagen.


    www.ihk-siegen.de
    Menü:Presse, Archiv, Stichwort Harnischmacher: zur Ausstellung im Februar 08

    siehe auch: Claus Harnischmacher, Wortgewand, Gedichte und Bilder, Künstlerbuch im Karin-Fischer-Verlag, 1996

    Christine Bandau-Meschede

    Bernd Bohmeier, Theo Lambertin - 1975

    Bernd Bohmeier
    Bernd Bohmeier geboren 1943 in Bad Oeynhausen, studierte Theaterwissenschaften und Philosophie in Mainz und Köln. Seit 1966 veröffentlicht Bohmeier literarische Arbeiten, seit 1969 stellt er eigene Gemälde aus. Er unternahm ausgedehnte Reisen nach Afrika, USA, Australien und Ozeanien. Von 1968 bis 1998 wirkte er als freier Lektor für die Abteilung Fernsehspiel des WDR. Arbeitsstipendien der Kulturministerien der Länder Rheinlandpfalz und Nordrhein-Westfalen erhielt er 1991 und 1995. Bernd Bohmeier ist Mitgleid im Verband Deutscher Schriftsteller. Seine Bilder, vorzugsweise in Öl und Öl-Pastell, setzen sich - oft unter harmlosen Titeln – mit dem menschlichen Körper in Extremsituationen, in Momenten von Gewalt, im Zustand der Versehrtheit auseinander. Sie befragen den Realitätsanspruch des Bild-Mediums, die Erwartungshaltung der Rezipienten und spielen mit den Mehrdeutigkeiten des Blicks: der Abwehr, der Angst oder auch der Lust des Erschreckens. Handelt es sich hier um reine Fiktion des Malers, oder um eine letztlich alltägliche Dimension menschlicher Existenz? Bernd Bohmeier lebt heute in Köln und in einem Dorf in der Vulkan-Eifel.


    www.de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Bohmeier

     


    Theo Lambertin

    wurde 1949 in Köln geboren. Nach Lehre und Arbeit als Farb-Lithograph, begann er 1971 ein Studium an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln. Er erhielt zahlreiche Förder- Arbeitsstipendien unterschiedlicher Träger. Bereits in den 70er Jahren zählt er zur legendären Kölner Künstlerszene mit Namen wie Rückriem, Paeffgen, Klauke und Bonvie. Nach längeren Auslandsaufenthalten, u.a. auf Martinique und in New York arbeitete er zwei Jahre als Gastdozent an der Akademie Münster. Seit 2001 ist er Artist in Residence und Dozent für „fundamentale ästhetische Kompetenz“ an der Universität Erfurt. In zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland waren seine Arbeiten präsent. Lambertin versteht sein Schaffen als Dokumentation der Beziehungen des Künstlers zu einem Thema, dessen Auslotung, Überprüfung, Transformation und Verdichtung ein prinzipiell offener Prozess ist. Seine Gemälde haben oft eine fotografische Grundlage. Auf Leinwand wird ein Negativ belichtet und übermalt. Indem das bemalte Foto wieder abgelichtet und eventuell wieder zur Grundlage von Malerei wird, entsteht ein Bild mit verschiedenen Zeitebnen, die zugleich sichtbar sind, „Zeit-Collagen“, die durch die fotografische Dokumentation eine quasi objektive Dimension besitzen und eine Vielschichtigkeit der Realität aufscheinen lassen. Theo Lambertin lebt und arbeitet in Leipzig, Köln und Texas.


    www.hbt-art.com/cms/theo-lambertin

    www.artnet.de
    Menü: Artist – Theo Lambertin

    Emil Schumacher 1978

    Emil Schumacher, geboren 1912 in Hagen, verstorben 1999 auf Ibiza, ist einer der Mitgegründer und bekanntesten Vertreter der Abstrakten bzw. Informellen Kunst in Deutschland. Der vielfach ausgezeichnete Künstler (u.v.a. Guggenheim Award NY 1958, Preis des japan. Kultusministers 1959, Biennale Venedig 1962, Rubenspreis Siegen 1982, „Pour le Mérite“ 1982, Großes Bundesverdienstkreuz 1983, Dr. phil h.c. Universität Dortmund) studierte an der Kunstgewerbeschule in Dortmund und begann nach dem 2. Weltkrieg mit kubistischen Landschaften. Bald entwickelte er Werke nur aus dem Einsatz der Farbe und ohne jedes konstruktive Gerüst. Leitendes Prinzip seiner künstlerischen Position ist von nun an die Herausarbeitung der Eigenwertigkeit von Material und Farbe. Durch die Teilnahme an der Biennale in Venedig 1961 wurde er international bekannt und war wiederholt auf der documenta vertreten (II, III, 6). Als Professor lehrte er an der HfBK Hamburg, der Staatlichen Akademie Karlsruhe und an der Universität Minnealpolis/USA. Seine Arbeiten finden sich heute in allen renommierten Museen zwischen New York und München. Zwei der spektakulärsten Werke dürften die 20x3m große Mosaikgestaltung der Metro-Station „Colosseo“ in Rom und ein Wandgemälde im Reichstag von Berlin sein. Die Eröffnung des Emil-Schumacher-Museums in Hagen soll 2009 erfolgen.

    www.emil-schumacher-stiftung.de

    www.emil-schumacher.de

    Monika Hollekamp - 1981

    Monika Hollekamp, geboren 1941 in Arnsberg, studierte Malerei und Bildhauerei an den Kunstakademien in Düsseldorf und Rom sowie Philosophie an der Universität Rom. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelaus-stellungen in Deutschland und in Italien, den USA und Japan  präsentiert. Vom Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn an beschäftigt sie sich mit den Techniken einer erscheinungs-nachahmenden, gegenständlichen Malerei, die sie mit Vorliebe bei den alten Meistern studiert. Es erfolgen eigene Experimente mit Raumillusion, Form, Farbe, Licht. Ihre Intention ist jedoch nie die illusionistische Darstellung physischer Realität, sondern vielmehr die Offenlegung der „meta-physischen“, immateriellen Welt des Geistes. Vor allem durch die präzise, ja akribische Erkundung und Ausleuchtung von Oberflächen und Mustern, und durch deren Kombination und/oder Konstrastierung (z.B. von solchen natürlichen Ursprungs mit sichtbar künstlichen, industriell erzeugten) schafft sie Irritationen und motiviert die Betrachter zur Reflexion: „Sehen ist im Wesentlichen eine Form des Denkens und Malerei ist in Wirklichkeit unmittelbarer Ausdruck der verschiedenen Prozesse, die wir Sehen nennen.“, sagt Monika Hollekamp. Sie lehrte 1989-94 im Fachbereich Design an den Fachhochschulen in Dortmund und Krefeld. Die Künstlerin lebt und arbeitet wechselweise in Italien (Rom) und Deutschland (Willich).

    www.galerieheikestrelow.de

    Günter Ferdinand Ris - 1984

    Günter Ferdinand Ris wurde 1928 in Leverkusen geboren und verstarb 2005 in Darmstadt. Er zählt zu den international bekannten Künstlern, die die Ästhetik des öffentlichen Raums der jungen Bonner Republik maßgeblich prägten. Ris studierte Malerei und Bildhauerei an den Akademien Karlsruhe, Düsseldorf und Freiburg. Blitzartig erwarb er sich mit Beginn der 60er Jahre beachtliche Erfolge als Bildhauer. Er war vertreten auf der documenta II +III und im Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig 1964. Die Arbeiten von Ris, die von geometrischen Grundformen vor allem der Kugel ausgehen, sind von schlichter, sinnlicher Strenge und exaktem Kalkül. Sie appellieren weniger ans Gefühl als an nüchterne, unpathetische Rationalität. Insofern eigneten sie sich hervorragend, der politischen und gesellschaftlichen Grundhaltung der 70er Jahre formal Ausdruck zu verleihen. Für den Neubau des Bundeskanzleramts schuf Ris u.a. eines seiner „Lichtfelder“, das in klarer, aber eleganter Linienführung, auf Transparenz und Reflexion verweist. Verknüpfung von Zeichnung, Malerei und Architektur in der Plastik war eines seiner künstlerischen Hauptanliegen, dem er sich in unterschiedlichen Materialien vom Marmor bis zum Kunststoff widmete. Zudem entwickelte er als Designer Inneneinrichtungen, Porzellanserien, Möbel: z.B. den „Sunball“ Kugelstuhl. Ris widmete als Dank für den August-Macke-Preis 1984 der Stadt Meschede eine Serigraphien-Edition, die unter dem Namen „Mescheder Mappe“ in kleinster Auflage erschien. Das erste Exemplar, ein Geschenk des Künstlers an die Geburtsstadt Mackes, ist im Saal der Stadthalle ausgestellt.

    www.de.wikipedie.org/wiki/Günter_Ferdinand_Ris

    www.kunstmarkt.com
    Menü: suchen unter Künstlername

    www.rosenthal.de

    Gotthard Graubner - 1987

    Gotthard Graubner, geboren 1930 in Erlbach (Vogtland) studierte an der HfBK Berlin sowie an den Kunstakademien in Dresden und Düsseldorf. Er war ein Jahr als Kunsterzieher am Gymnasium in Düsseldorf tätig. 1962 schuf er die erste Arbeit eines Oevres, das sich seither konsequent und unverwechselbar mit einem zentralen Thema auseinandersetzt: dem Vorstoß der reinen Farbe in die dritte Dimension. Er spannte Leinwand über gebauschte synthetische Watte und lasierte Schichten von Farbe darüber, so dass pralle „Farbkissen“ entstanden. Ab 1970 prägte Graubner für seine oft großformatigen Gebilde den Terminus „Farbraumkörper“. Graubner erzielt durch die komplexe Schichtung der Farbaufträge, sei es monochrom in feinsten Nuancen oder in vielfarbiger Kombination, eine malerische Qualität von einzigartig suggestiver Kraft. Kontemplative aber auch irritierende Räume und Landschaften entstehen, nicht aus linear-perspektivischer Konstruktion, sondern allein aus dem pulsierenden Eigenleben der Farbewerte. Die Farbe wird befreit von allem „funktionalen Druck“, etwas anderes zeigen zu müssen als nur sich selbst und tritt – ein immaterielles Lichtphänomen - den Betrachtern quasi materialisiert entgegen. Unbeirrbar von den Entwicklungen der Gegenwartskunst hat Graubner sein Anliegen künstlerisch und technisch fortentwickelt - mit internationaler Anerkennung: zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, Professuren für Malerei in Hamburg und seit 1976 in Düsseldorf, Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Graubner schuf  Arbeiten für den Amtssitz des Bundepräsidenten (Schloß Bellevue) und für den Protokollraum des Deutschen Bundestags im Reichtagsgebäude. Der Künstler lebte und arbeitete in Düsseldorf. Am 24. Mai 2013 verstarb Gotthard Graubner. Er war einer der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart.



    www.de.wikipedie.org/wiki/Gotthard_Graubner

    www.bundestag.de/bau_kunst/kunst/Kuenstler/graubner/index.html

     

     

    Nachruf zum Tode


    9. Juni 2013

    Am 24 Mai 2013 starb Gotthard Graubner, einer der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart. 1987 wurde Graubner mit dem August-Macke-Preis geehrt, der damals noch von der Stadt Meschede verliehen wurde.

    Graubners Werk ist markant und einzigartig in der Entwicklung der modernen Malerei. 1962 begann er, das traditionelle Bild in die von ihm so benannten ‚Farbraumkörper‘ zu verwandeln. Er spannte die großformatige Leinwand über eine Schicht aus synthetischer Watte, so dass die Malfläche sich opak zu wölben begann, ein ‚Farbkissen‘ als Farbkörper sich in den Raum hinaus ausdehnte. Graubner löste sich mit diesen Werken völlig vom gegenständlichen Abbild und ließ die Farbe einzig und allein sich selbst zu Geltung bringen. Dies geschah in äußerst sensiblen, nuancenreichen Farbbewegungen und Farbschichtungen, bei denen die Farbe tief in den Bildgrund eindrang. So begegnet dem Betrachter ein monumentales Farbobjekt, welches die Aufmerksamkeit in den Bann zieht – nicht spektakulär und aufgeregt, sondern buchstäblich tiefschichtig bewegt, von magischer Ausstrahlung. Diese überträgt sich auf den Betrachter, der sich in die pure sinnliche Gegenwart der Farben hinein versenkt. Dieses intensive und zugleich kontemplative Werk Graubners entzog sich konsequent über Jahrzehnte dem hektischen Getriebe einer marktorientierten Kunst. Gleichwohl war der zweifache Documenta-Teilnehmer (1968, 1977)immer präsent: auf zahlreichen Einzelausstellungen weltweit, auf Biennalen wie denen von Sao Paulo (1979)und Venedig (1982), in den Jahren 2005 und 2006 hatte er große Ausstellungen in China (Peking, Shanghai, Hangzhou). Von 1976 – 1992 war er Professor für freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und gerade in den letzten Jahren entdeckt eine junge Malergeneration die Impulse des Werkes Graubners für die Entwicklung dieser Kunst neu. Gotthard Graubner wird so in Erinnerung bleiben, als konsequenter Künstler, der einen bedeutsamen Beitrag zur Malerei leistete und ein eindrucksvolles Werk hinterlässt. Viele Arbeiten von ihm sind im privaten und öffentlichen Besitz. Nicht nur in Museen sind sie zu betrachten, Werke von Graubner befinden sich auch im Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, sowie im Reichstag.

    Carl-Peter Buschkühle

    Fujio Akai - 1990

    Fujio Akai, geboren 1945 in Pandang auf Sumatra als Sohn einer indonesischen Mutter und eines japanischen Vaters, wuchs in Japan auf. 1964 kam er zum Studium an die Düsseldorfer Kunstakademie. Immer konsequenter konzentrierte er seine Arbeit auf die Vermittlung zwischen ostasiatischer und europäischer Kultur. Beim Betrachten der lebhaften, rhythmischen Farbkompositionen glaubt man je nach Stimmung, Räume und Perspektiven zu erkennen. Dabei kollidiert auf reizvolle Weise unsere europäische, nach räumlichen Orientierungspunkten suchende Sehgewohneit mit dem japanisch-asiatischen Welt– und Bildverständnis, das den Kosmos als beständigen Fluss begreift und die starre, gegenständliche Welt eine bloße Illusion. Fujio Akais Bildsprache hat zudem die Lehren der ostasiatischen Kalligraphie von der engen Verschränkung der Schrift mit der Malerei verinnerlicht. Sein Werk hat im Spannungsfeld zwischen östlicher und westlicher Lebensauffassung innerhalb der europäischen Kunstszene der beiden letzten Jahrzehnte eine eigene, unverwechselbare Qualität ausgebildet. Fujio Akai übernahm mehrere Lehraufträge u.a. in Barcelona. 1995 eröffnete er als Mitgründer das Museum Doko in Köln. Er lebt und arbeitet in Köln und Brüssel.

     

    www.adamgallery.com/Fujio-Akai/akaith.htm

    www.museumdoko.de

    Herbert Bardenheuer - 1993

    Herbert Bardenheuer, geboren 1949 in Eschweiler, verstarb 2007. Er studierte Kernphysik, Malerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf und Aachen. Mit gegenständlich-expressiven Arbeiten begann er einen Weg, der Stationen fotografischer Gestaltung, Nutzung fotografischer Verfahren bis zur planmäßigen Verfremdung von Filmmaterial durchlaufen hat. Über Foto- und Plakatübermalungen kam er zur Malerei. Wie auch in den Zeichnungen lässt sich hier die Aufgabe des gewohnten zentralperspektivischen Sehens erkennen. Der Blick des Betrachters dringt - quasi mikroskopisch - in die Tiefe des Sichtbaren ein und muss ohne die Orientierung durch gewohnte Proportionen und Bildgrenzen auskommen. Nicht mehr das Gegenständliche, sondern das „Zeichenhafte der Gegenständlichkeit“ ist das Thema seiner in komplexen Farbschichten irrisierenden Gemälde: Reflexion des Sehens selbst. 1994 erhielt der Zeichner, Fotograf und Maler die älteste deutsche Auszeichnung im Bereich der Künste, den Villa Romana-Preis, verbunden mit einem Arbeitsaufenthalt in Florenz. Wie radikal und sensibel Bardenheuer an der Aufdeckung der verborgenen Dimension der sichtbaren Gegenständlichkeit arbeitete, ist nachzuvollziehen am „Sisyphuswerk“ des Bilder-Raumes „Stanza nord-est“, die er in der Zeit seines dortigen Aufenthaltes schuf. Er lebte zuletzt im niederländischen Vaals, im Dreiländereck zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden. Letzte Ausstellung zu Lebzeiten: April 2007 auf Zollverein in Essen mit Oveis Saheb.

    www.de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Bardenheuer 24k

    www.zollverein.de

    Heribert Friedland - 1996

    Heribert Friedland, geboren 1927 als Heribert Glatzel in Friedland (Schlesien), kam als Schüler in den Kriegseinsatz, schloss dann eine Ausbildung zum Religionslehrer ab und war im Schuldienst tätig. Seit 1957 ist er freischaffend, studierte Malerei sowie Kunstgeschichte, Philosophie und Neutestamentliche Wissenschaften in Stuttgart. Er entwarf Kunst am Bau, Fenster für Kirchen, Keramikwände für Großbauten, Beton-Reliefs für Schulen. Im Kontrast zu diesen großflächigen Arbeiten stehen die postkartengroßen Formate seiner Aquarelle, die er vielfach in Einzelausstellungen (New York, Leningrad, London) präsentiert hat. Mit ihrem  von langen Trocknungsphasen unterbrochenem Enstehungsprozess konterkariert Friedland das „Image“ dieser oft schnell und flüchtig gefertigten Bildgattung. Flüchtige Skizzen bilden für Friedlands Arbeiten allenfalls Ausgangspunkte. Seine buchstäblich vielschichtigen Aquarellarbeiten, zeigen – an der Grenzen zum Abstrakten - Früchte und Blumen, zumeist aber Landschaften. Die Ansicht ordnet sich ohne jeden Vordergrund, ohne dingliche Vereinzelung, ohne Umrisszeichnung der Gegenstände zum Bild. Farbspuren kreuzen einander, Tonstufen und Farbgesten leiten den Blick und geben eine Tiefe frei, in der alles verwandlungsfähig wird, vieldeutig auch im Spiel von Hell und Dunkel: daraus entsteht Form und teilt sich dem Ganzen mit. Das Bild ist nach Friedlands Anspruch mehr als bloße Information, es ist eine deutende, im Prozeß von Vorstellung sich entwickelnde Verständigung. Der Künstler, der u.a. auch 1987 den Lovis-Corinth-Preis erhielt, lebt und arbeitet in Aichwald-Aichelberg und Esslingen.

     

    Preise

    1984 Bürgerpreis der Stadt Mülheim

    1987 Ehrengabe des Lovis-Corinth-Preises

    1996 August Macke-Preis der Stadt Meschede
     
    www.germangalleries.com/Villa_Merkel/index.html
    www.esslingen.de

    Ausstellungen
    Einzelausstellungen in zahlreichen Städten. z.B.

    1963 New York, Herder & Herder

    1977
    1978
    Düsseldorf, Kunstmuseum?Stuttgart, Staatsgalerie

    1984 London, Victoria and Albert Museum

    1990 Leningrad, Pawlowsk Palast Museum

    Heribert Friedland ist vielseitig begabt: er ist Künstler, Wissenschaftler und Handwerker. Neben dem Malen von Bildern entwirft er Fenster für Kirchen und Profanbauten, Keramikwände für Großbauten, aber auch Beton-Reliefs für Schulen. Als Künstler wurde Friedland besonders durch seine Aquarelle bekannt. Meist sind diese in interessanten Farben gehaltenen Meisterwerke nicht größer als Postkarten; vielleicht sind sie als Gegenstücke zu den großflächigen Entwürfen zu verstehen.

    Diese bis an die Grenzen des Abstrakten gehenden Aquarelle zeigen Früchte und Blumen, meist aber Landschaften. Friedlands Bilder entstehen im Atelier in einem lang anhaltenden Prozess. Sie bilden damit einen Kontrast zu dieser oft schnell und flüchtig gefertigten Bildgattung. Die Entwicklung der Bilder geht aus von vagen Vorstellungen des Künstlers, flüchtigen Skizzen oder Farbideen. Bei der Fertigstellung dieser kleinen Werke wird viel Wasser verwendet, um mit dem Pinsel möglichst saubere Farben auftragen zu können. Durch Übereinanderschichten der Farben (Lasieren), durch das Ineinanderlaufen feuchter Farben, das zufällige Entstehen von Farben gewinnt das Bild langsam seine endgültige Gestalt. Zeitlich wird dieser Prozess gestreckt durch die vielen notwendigen Trocknungsphasen zwischen aufeinander folgenden Arbeitsschritten. Erstaunlich ist Friedlands Kreativität, die jedem seiner Aquarelle Charakter und Unverwechslebarkeit verleiht. Keine Bildidee ähnelt der eines anderen Bildes; jedes Bild vermittelt neue harmonische Farbklänge und neue Stimmungen.


    Zum Tode von Heribert Friedland

    Am 3. August 2015 starb Prof. Heribert Glatzel. Als Künstler trug er den Namen seines schlesischen Geburtsortes: Friedland. Heribert Friedland gehörte zu den herausragenden Vertretern der Aquarellmalerei. 1996 erhielt er den August-Macke-Preis.

    Friedland studierte Malerei an der Kunstakademie Stuttgart sowie Kunstgeschichte, Theologie und Philosophie an der dortigen Universität. Unweit von der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt, auf der Burg in Esslingen am Neckar, hatte er sein Atelier. Von dort ging seine kleinformatige und tiefschichtige Malerei in die Welt hinaus. Namhafte Museen zeigten seine Bilder, darunter so bedeutsame Institutionen wie das Victoria und Albert Museum in London, die Staatsgalerie Stuttgart, die Neue Pinakothek in München oder der Pawlosk Palast in Leningrad.

    Friedlands Malerei wirkt angesichts der Hysterie des heutigen Kunstmarktes wie aus der Zeit gefallen. Statt großformatiger, spektakulärer Malerei mit Öl oder Akryll auf Leinwand widmete er sich dem kleinen Bild und der feinen Technik des Aquarells. Seine Arbeit hatte aber auch eine ganz andere Seite. Friedland beschäftigte sich ebenfalls mit Kunst im Zusammenhang von Architektur und gestaltete Kirchenfenster, Keramikwände und Betonreliefs.

    Die Aquarelle blieben jedoch das Herzstück seines künstlerischen Schaffens. Sie üben eine eigentümliche, ja geradezu heilsame Wirkung auf den Betrachter aus. Allenthalben ist unsere Wahrnehmung in der Gegenwartskultur von Beschleunigung und ästhetischer Überwältigung geprägt. Die elektronischen Medien haben daran zentralen Anteil. Während unser Blick hier flüchtig wird und an den schnell wechselnden Oberflächen bleibt, lenkt Heribert Friedland ihn in die Tiefe eines kleinen Bildformats. Der Zerstreuung stellt er die Sammlung gegenüber, die Konzentration auf die Miniatur. Der Blick gleitet hier nicht ab, sondern wird hineingezogen in ein lebendiges Farbgeschehen, welches sich in Schichten ausbreitet und eine Tiefe suggeriert, wo doch eigentlich ein zweidimensionales Aquarell-Blatt vorliegt. Dies gelingt Friedland durch die Trocknung der einzelnen Farbaufträge, bevor er die nächsten darüberlegt. Die Transparenz der Aquarellfarbe erlaubt so lasierende Farbmischungen übereinandergelegter Ebenen. Konzentrierter aufgetragen, verfestigen sich die Farbspuren zu Formelementen, die an Blumen und Früchte erinnern, meist aber Eindrücke von Landschaftselementen hervorrufen. Diese feinsinnige, transluzide Malerei bewegt sich an der Grenze zur Abstraktion. Gerade dadurch, dass sie sich nicht darin verliert, sondern die freie Geste der Pinselführung mit der Strukturbildung der Wasserfarbe verbindet, Andeutungen von Dingen skizziert und sie in eine geschichtete Tiefe des Raums platziert, gerade dadurch folgt ihr der aufmerksame Blick im Wechselspiel zwischen Wiedererkennen von scheinbar Bekanntem und Empfindung der freien Wirkung der Farbe. Die kleinen großen Bilder von Heribert Friedland eröffnen uns Momente der Versunkenheit und Kontemplation. Als solche bleiben sie uns erhalten, als besondere Gegenbilder zu einer schnelllebigen Kultur der Spektakel.

    Carl-Peter Buschkühle

    Ansgar Nierhoff - 2000

    Ansgar Nierhoff wurde 1941 in Meschede geboren und wuchs auf in Siedlinghausen. Nach einer Berufsausbildung zum Maurer machte er 1964 in Frankenberg das Abitur und studierte an der Kunstakademie Düsseldorf. 1977 nahm er an der documenta 6 teil. Schon in den 1970er Jahren hatte er sich auf den Werkstoff Eisen festgelegt und damit auch auf dessen spezifische technische Möglichkeiten. Ausgehend von Vorzeichnungen geometrischer Grundformen werden die wuchtigen Plastiken zu Konzentraten, die ihre jeweilige Umgebung, sei es Natur- oder Stadtraum, reflektieren und verdichten. Im Jahre 1983 arbeitete er zeitweise in New York im Atelier George Rickeys, der zu den Wegbereitern der modernen amerikanischen Bildhauerei zählt. Ansgar Nierhoff gehörte zu den wichtigsten deutschen Stahlbildhauern, seine Werke wurden mit zahlreichen Ehrungen und Preisen bedacht und sind im öffentlichen Raum vielfach präsent. Sein Schaffen charakterisierte er so: „Kunst ist weiblich und sinnlich, nicht anmaßend, eher bescheiden, aber Maß-setzend. Die Skulptur und ihre Abmessungen sind körperbezogen oder maßvertraut i.S. von Reichhöhe, Umfassungsmöglichkeit, Begehbarkeit, Überschaubarkeit“. 1986 war Ansgar Nierhoff Gastprofessor an der Gesamthochschule Kassel. Von 1988 bis zu seinem Tod im August 2010 hatte der zuletzt in seiner Wahlheimat Köln lebende Künstler eine Professur für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Mainz.

    www.de.wikipedia.org/wiki/Ansgar_Nierhoff

    www.waldskulpturenweg.de/?id=27

    www.skulpturenparkkoeln.de/html/ksp4_nierhoff.htm

     

     

    Ausstellungen


    Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl):

    Köln, Kassel, Vilnius, Duisburg, Gotha, Halle, Dresden, Nürnberg, Wismar, Mainz, Bonn, Berlin - Schloss Charlottenburg ...

    Zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum.

    Ansgar Nierhoff lebt und arbeitet in Köln, Professur an der Universität Mainz.

    Als Bildhauer mit internationalem Renomee sind seine Werke weltweit präsent. Seiner ersten Ausstellung 1968 in der Galerie Arte Intermedia folgten bis heute unzählige Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. Seine Werke befinden sich in den bedeutenden großen Museen und Sammlungen.

    Ansgar Nierhoffs Kunst ist stark vom jeweiligen Ort geprägt und mit ihm verbunden. Seine Skulpturen korrespondieren mit dem jeweiligen Raum, mit Architektur und Natur, mit der weiten Landschaft und dem geschlossenen Platz. In gegenseitiger Abhängigkeit geht seine Kunst repektvoll auf die jeweilige geschichtliche Bedeutung des Ortes ein. Der Umgang mit dem Vorhandenen ist so vollendet, dass man das Gefühl hat, Skulptur und Raum bilden jeweils so eine Einheit, als wären sie schon ewig da. Masse und Proportionen der Werke von Ansgar Nierhoff werden aus Grundformen entwickelt.

     

    Trauer um Ansgar Nierhoff

    Meschede/Bad Berleburg. Meschede/Bad Berleburg. Südwestfalen trauert um den großen Bildhauer Ansgar Nierhoff, der kurz vor der Vollendung seines 69. Geburtstages starb. Der in Meschede geborene Nierhoff gilt nicht nur als einer der renommiertesten Bildhauer der Gegenwart. „Er ist einer der führenden Künstler, die das Sauerland hervorgebracht hat“, so Prof. Dr. Carl-Peter Buschkühle, Kuratoriumsvorsitzender des August-Macke-Preises.


    Ansgar Nierhoff, am 1. Oktober 1941 in Meschede geboren, hat mit seinen Stahlskulpturen den öffentlichen Raum nachhaltig geprägt. Die Documenta 6 von 1977 machte sein Schaffen auch einer größeren Öffentlichkeit präsent. Nierhoff wurde mit dem Förderpreis des Landes NRW für Bildende Kunst und dem August-Macke-Preis ausgezeichnet. Er starb bereits am 2. August in seiner Wahlheimat Köln, wie erst jetzt bekannt wurde.

    Gerade in seiner südwestfälischen Heimat ist Ansgar Nierhoff besonders eindrücklich vertreten. Die Skulptur „Kein leichtes Spiel“ auf dem Waldskulpturenweg zwischen Schmallenberg und Bad Berleburg ist ein weithin prägendes künstlerisches Wahrzeichen. „Für mich ist dieses schwergewichtige ,Kein leichtes Spiel’ die interessanteste Skulptur, weil sie von allen Seiten Spannung hat“, würdigt der Bad Berleburger Otto Marburger, Mitglied im Künstlerischen Beirat des Waldskulpturenweges, den bedeutenden Künstler: „Seine Fähigkeit, den Raum mit seinen Skulpturen zu verweben, ist beeindruckend. Wir sind so traurig.“

    Überzeugter Sauerländer
    „Er war ein großer Förderer des Waldskulpturenwegs. Zusammen mit seiner Frau war er auch Mitglied des Fördervereins“, trauert Wolfgang Völker, Vorsitzender der Wittgensteiner Akademie und Projektleiter des Waldskulpturenweges. „Prof. Nierhoff hat die erste Skulptur am Waldskulpturenweg kreiert. Das war auch die erste Arbeit, die dem Waldskulpturenweg seine Bedeutung gegeben hat. Nierhoff war der erste, der herausgearbeitet hat, dass Sauerland und Wittgenstein zwei unterschiedliche Kulturen sind, und er hat mit den zwei geöffneten Fenstern die Überwindung von Grenzen sichtbar gemacht.“

    HSK-Kreisdirektor Winfried Stork unterstreicht: „Wir können stolz sein, dass das Sauerland einen solchen Künstler hervorgebracht hat, der in einer ganz hohen Liga spielt und überzeugter Sauerländer war.“ Stork ergänzt: „Nierhoff war auch menschlich eine beeindruckende Persönlichkeit, er wusste genau, was er wollte.“

    Prof. Dr. Carl-Peter Buschkühle aus Olsberg, Kunstprofessor in Gießen und Kuratoriumsvorsitzender des August-Macke-Preises: „Nierhoff war ein Aushängeschild für das Sauerland. Wenn es um die international bekannten Künstler geht, die das Sauerland hervorgebracht hat, muss er an zweiter Stelle nach August Macke genannt werden.“ Prof. Buschkühle hebt die Schöpferkraft des Meisters hervor. „Im Bereich der Bildhauerei hat sich Nierhoff eine bestimmte Position erarbeitet. Er hatte eine große Materialsensibilität. Er hat neue Werkstoffe wie Edelstahl für die Kunst entdeckt, und er hat diesen Werkstoffen eine neue ästhetische Qualität gegeben.“

    Der gelernte Maurer und langjährige Hochschullehrer Nierhoff blieb seiner Heimat verbunden: Siedlinghausen, wo die Eltern herkamen und wo er ein Ferienhaus hatte, den Städten Siegen, Schmallenberg, Bad Berleburg, wo er 2008 unter dem Titel „umFormen und umStellen“ ein spektakuläres Ausstellungsprojekt realisierte.

    „Er war durchaus auch Handwerker, jemand der bodenständig ist, eine Persönlichkeit, die Ecken und Kanten hatte“, erinnert sich Buschkühle. „Kein leichtes Spiel“ auf dem Waldskulpturenweg fasziniert ihn: „Es ist das Erz der Erde, was sich da in Nierhoffs Skulptur formt.“

    Ein spannender Mann
    „Er war unglaublich genau, wusste sehr genau, was er wollte, erfasste intuitiv die richtigen Plätze für seine Skulpturen. Das hat mich immer inspiriert. Er war ein spannender Mann“, trauert Bildhauerkollegin Gabriele Schulz aus Schmallenberg.

    „Er war ein Künstler, der seine Kunst selbst in die Hand genommen hat, im wahrsten Sinne des Wortes. Er war ein Gestalter. Ansgar Nierhoff war immer offen für Menschen, er begeisterte auch die Leute, die mit gefalteten Stahlplatten nichts anfangen können. Mit dem Waldskulpturenweg hat er sich identifiziert“, so Rikarde Riedesel, Leiterin des Museums der Stadt Bad Berleburg.

    Wolfgang Suttner, Kulturreferent des Kreises Siegen-Wittgenstein: „Er hat nie gegen das Material gearbeitet, er zähmte es. Das ist gerade bei Eisen schwer. Er hat das Eisen auch in den kleinen Formen beherrscht. Das ist ein noch größeres Kunststück. Er war Künstler und Schmied zugleich

    Quelle: Region, 12.08.2010, Dr. Monika Willer, Westfalenpost

    Matthias Weischer - 2005

    Matthias Weischer wurde 1973 in Elte/Westfalen geboren. Er schloss das Studium der Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig 2001 mit Diplom ab und war bis 2003 Meisterschüler bei Sighard Gille. Seit 2001 präsentiert Weischer seine Werke auf zahlreichen Ausstellungen, u.a. in London (2003), Miami (2004), Chungnam, Prag und Venedig (2005).

    Als Preisträger der „Rolex Mentor und Meisterschüler Initiative“, die außergewöhnlich begabte, junge Künstlern an die bedeutendsten Meister ihres Fachs vermittelt, konnte er 2004 mit David Hockney arbeiten. Interieurs – menschenleer und nur mit wenigen Möbeln und Gegenständen bestückt, großformatig in Öl auf Leinwand gearbeitet – sind Weischers Markenzeichen. Das spärliche Inventar der teils düsteren Räume wirkt gleichzeitig vertraut und befremdlich, banal und symbolbelastet. Seine „Innenansichten“ weisen auf etwas hin, das sich ereignet hat oder noch geschehen wird. Aber Zeit, Raum, Licht gefrieren zur unbeweglichen Materialität der Farbe, die allerdings jeden Augenblick zu bersten droht und sich im vielschichtigen, pastosen Auftrag über die Fläche erhebt. Diese Gesten purer, abstrakter Malerei scheinen der Gegenständlichkeit der Darstellung buchstäblich den „Raum“ streitig machen zu wollen. 2007 war Weischer Stipendiat der Villa Massimo. Während und nach seinem Romaufenthalt arbeitet er an „Außenansichten“: hellfarbige Park- und Gartenstudien auf Papier, die er zu Großformaten montiert. Der Künstler, der neben Neo Rauch als bedeutendster Vertreter der Neuen Leipziger Schule gilt, lebt und arbeitet in Leipzig.

     

    www.eigen-art.com/Küenstlerseiten/Matthias_Weischer/index_MW_DE.html

    www.zeit.de/2008/15/Atelier-15



    Ausstellungen

     

    2005

    •  Venedig Biennale, "The experinece of art", Padiglione Italien?Prag Biennale (G)
    •  "Artists from Leipzig", ARARIO, Chungnam, Korea (G)
    • "From Leipzig", Cleveland Museum of Art (G)
    •  "Portrait" Galerie EIGEN + ART, Berlin (G)
    •  "DAVID, MATTHES und ich", Kunstverein Nürnberg (G)
    • "DAVID, MATTHES und ich", Kunstverein Bielefeld (G)


    2004

    • Northern Light: Leipzig in Miami", Rubell Family Collection, Miami (G)
    • CLARA-PARK Positions of Contemporary Painting from Leipzig (G)
    • "Simultan", Künstlerhaus Bremen (E)
    •  Kunsthalle Mannheim (G)


    2003

    • Galerie LIGA, Berlin (E)
    • Anthony Wilkinson Gallery, London (E)


    2002
     

    • "Räumen", Kunsthaus Essen (E)
    • "6 aus 11", LIGA, Berlin (G)
    • "Leipziger Lerchen", Kunstverein Speyer (G)
    • Kunstverein Sulzfeld (G)
    • Galerie EIGEN + ART, Leipzig (G)


    2001

    • Galerie Kleindienst, Leipzig (E)
    • Antrittsausstellung, Kabinett der Galerie im Kunsthaus Essen (E)
    • Szenenwechsel XX, Museum für Moderne Kunst Frankfurt/M. (G)
    • at home, Kunstverein Lindau (G)


    2000

    • Junge Kunst V, Galerie Kleindienst, Leipzig (G)
    • "lokal", Galerie EIGEN + ART, Leipzig (G)
    • Liga, Steibs Hof, Leipzig (G)



    Bibliographie / Kataloge

    •  "David, Matthes und ich", hrsg. von Natalie de Ligt, Kunstverein Nürnberg und Stefanie Heraeus, Kunstverein Bielefeld, anlässlich der gleichnamigen Ausstellungen im Kunstverein Nürnberg vom 27. Januar 2005 – 27 März 2005 und im Kunstverein Bielefeld vom 09. April 2005 – 05. Juni 2005, Nürnberg 2005.
    •  "Matthias Weischer: Simultan", hrsg. von Susanne Pfeffer, Künstlerhaus Bremen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Künstlerhaus Bremen, 11.09.2004 – 17.10.2004, Ostfildern-Ruit 2004.
    • Drei Positionen zur Malerei: Tim Eitel, Cornelius Völker, Matthias Weischer, hrsg. von Allianz Versicherungs-AG anlässlich der Ausstellung in den Treptowers, 13. Juni – 5. September 2003, Berlin 2003.
    • sieben mal malerei, hrsg. vom Neuer Leipziger Kunstverein im Museum der bildenden Künste Leipzig on anlässlich der Ausstellung vom 17.April – 15.Juni 2003, Bielefeld 2003.
    • Matthias Weischer: Räumen. Der Katalog erschien anlässlich des "Stipendium Junge Kunst Essen" und der Ausstellung in der Galerie im Kunsthaus Essen, 12.April 2002 – 19.Mai 2002, Essen 2002.
    •  Covoi, hrsg. von der IG Metall, Galerie Kleindienst, Leipzig 2002.

     

    Magazine / Zeitungen

    2005

    • Tannert, Christoph: "Agieren in der Etappe", Freitag 08, 25.02.05, S.17
    • Maak, Nils: "Les mystères de I`ècole de Leipzig", Le Journal des Arts, 21.01.2005
    • Anonymus: "Maxi ist verliebt in...", Maxi, Januar 2005, S.154


    2004

    • Mack, Gerhard und Hohenberg, Georg: "Die Stadt der Leinwandhelden", art, Nr. 12 Dezember 2004, S. 34 – 45
    • Beßling, Rainer: Matthias Weischer, Artists Kunstmagazin, 4/2004, S.28-31.
    • Wiensowski, Ingeborg: Ostige Räume, Kultur Spiegel, Dezember 2004, S.32.
    • Karcher, Eva: "Exklusives Lehrjahr", Vogue Deutsch, November 2004,?S. 326
    • Anonymus, "Arts Sans Frontières, Le Mentorat Rolex 2e cycle", La Revue des Moutres, 2004, S.75
    • Schmidt, Johannes: "New Power, New Pictures", Flash Art International, November-December 2004, S.78-83, Titelseite.
    • Selldorf, Annabelle: "Die Typisch deutsche Gründlichkeit tut der Qualität sehr gut", AD, Oktober 2004, S.56
    • Anonymus: "Rolex em defesa das artes", Horas, September/ November 2004, S.90
    • "Mission erfüllt in Berlin", Sächsische Zeitung, 26.09.2004, S.17
    • Egan, Maura: "Neue School", The New York Times Style Magazine, Herbst 2004, S. 126-128
    • Maak, Niklas: "Mit Dekor: Matthias Weischer in Bremen", Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2004, S.41
    • Preuss, Sebastian: "Endstation Asien für die Hirschmenschen", Berliner Zeitung, 23.09.2004, S.36
    • Preuss, Sebastian: "Design oder Nichtsein", Berliner Zeitung, 18./19.09.2004, S. 34
    • Anonymus: "Tür zum Osten", Wirtschaftswoche, 9.9.2004, S. 225
    • Anonymus: "Allievo & Maestro", Casamica, 4.09.2004
    • Anonymus: "Genf: Rolex Mentor und Meisterschüler Initiative", Kunst Bulletin, September 2004, S.70
    • Anonymus: "Matthias Weischer", Monopol Nr. 3 August/September 2004
    • Bergmann, Rudij: "Geordnete Unordung",Frankfurter Rundschau, 2.09.2004
    • Petiz, Joana: "Boas ideias", Oindependente, August 2004
    • Anonymus: "Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative", Esquire, August 2004
    • Anonymus: "Rolex regala il tempo", Case da abitare, 01.08.2004
    • Anonymus: "Lehrjahr", Vogue Deutsch, Juli 2004
    • Anonymus: "Der neue Meisterschüler", Freundin, 10.07.2004, S.16
    • Christmann, Holger: "Der Meisterschüler", Art, Nr. 7 2004, S. 118
    • Villinger, Carina: "A League of Their Own", Art+Auction, Juni 2004, S. 92 ff.
    • Bergmann Rudij: "Hinter der Popfassade", Frankfurter Rundschau,?Mai 2004
    • F. Farhall, Laura: "Young Berliners",Lapiz, 199/200, Januar/Februar 2004.
    • "On two Hudson River Piers", The New York Times, 12.03.2004
    • du752 – Das Meer zeigt seine Zunge, Dezember 2004, Nr.11, S.83.
    • du750 – Hieronymus Bosch. Verloren im Paradies, Oktober 2004, Nr. 9,
    • du749 – Amerika. Vereinigten Staaten. Geteiltes Land, September 2004, Nr. 8, S.75
    • du748 – Neue Arenen. Bauen für den Sport, Juli 2004 Nr. 6, S.91
    • du747 – Was ist Kunst? Nr.5, Juni 2004, S.75
    • Anonymus: "The generation game", The Telegraph Art Review, 15.05.2004
    • Anonymus: "Artist Hockney turns teacher", Daily Telegraph, 14.05.2004
    • du746 - Anton Cechov. Dramen des Alltags Nr.4, Mai 2004, S.75
    • du745 - Paare. Es geht nicht ohne den Anderen, auch wenn es mit dem..., Nr.3, April 2004, S.71
    • du744 - Ägypten. Das verlorene Geheimnis, Nr.2, März 2004, S.71
    Leiko Ikemura - 2008

    Leiko Ikemura wurde 1951 in Tsu in der japanischen Präfektur Mie, etwa 100 Kilometer östlich von Osaka geboren. Mit 21 Jahren verließ sie Japan, um ein Spanischstudium in Salamanca und Granada fortzusetzen. Gleichzeitig begann Ikemura in einem Bildhaueratelier plastisch zu arbeiten. Von 1973 bis 1978 studierte sie Malerei an der Akademie in Sevilla. In rund 100 Einzel- und fast 140 Gruppenausstellungen seit 1979 hat sie weltweit mit Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen große Anerkennung gefunden. 1987 entdeckte sie die Skulptur als ihr zentrales Medium. Seither entstehen - zumeist weibliche - Figuren. Sie wirken, mädchenhaft und anmutig, als ob sie in der äußeren Bewegung innehaltend der inneren Emotion, dem Schmerz, der Freude oder einem Traumbild nachlauschten. Spielerisch schwankt die skulpturale Form zwischen Figur und Gefäß, zwischen menschlicher, tierischer und pflanzlicher Natur, und unterläuft oder überlistet damit die gewohnheitsmäßig zupackenden alltagspraktischen Ordnungs-kategorien des Intellekts. So entsteht ein eigenständiger Bilderkosmos, der von Wesen bevölkert ist, die verschiedene Facetten der Natur in sich vereinen und als flüchtig und wandelbar erscheinen, da die festen Grenzen verfließen. Sie machen sowohl die Angst vor dem Verlust kultureller Identität als auch das Wissen um eine tiefere Einheit menschlicher Natur anschaulich, vermitteln zwischen den kulturellen Welten Europas und Japans. Der international anerkannten Künstlerin widmete die Kölner Kunstmesse 2002 eine Einzelpräsentation im Rahmen der Sonderschau „Skulptur". Leiko Ikemura, vielfach geehrt und ausgezeichnet, lebt seit 1983 in Deutschland. 1991 wurde sie als Professorin für Malerei an die damalige Hochschule der Künste, heute Universität der Künste, in Berlin berufen. Sie lebt heute in Berlin und Köln.

    Links: www.kolumba.de
    Menü: Archiv 10/05 Leiko Ikemura

    www.de.wikipedia.org/wiki/Leiko_Ikemura.html

     

     

     

    Corinne Wasmuht - 2011

    Corinne Wasmuht erhält August-Macke-Preis des Hochsauerlandkreises 2011

    Corinne Wasmuht erhält den August-Macke-Preis des Hochsauerlandkreises 2011. Den Namen der Preisträgerin gab Susanne Veltins, Inhaberin der Brauerei C. & A. Veltins, während eines Pressegespräches am Montag, 4. April, bekannt. Wasmuht gehört zu den renommiertesten jungen Malerinnen Deutschlands. Der erneuerte Macke-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre verliehen. Erste Preisträgerin 2008 war Leiko Ikemura.

    Die aktuelle Preisträgerin wurde 1964 in Dortmund geboren und wuchs in Peru und Argentinien auf. Sie lebt heute in Berlin. Von 1983 bis 1992 war sie Studentin an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 2006 ist sie Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.

    Als Malerin hat Corinne Wasmuht in Düsseldorf und Berlin eine besondere künstlerische Position entwickelt. Räume, Figuren, Gegenstände durchdringen sich in einer vielfältig bewegten Bildstruktur. Diese wird vorab am Computer entworfen, wobei Corinne Wasmuht eigene Fotografien von Orten, Dingen, Menschen verwendet. Die großformatigen Bilder werden dann in oft monatelanger malerischer Arbeit ausgeführt. Obgleich die Geschwindigkeit und Bewegung der städtischen Räume und der Bilder der elektronischen Medien in diesen Gemälden sichtbar wird, sind sie doch das Ergebnis einer konzentrierten, geduldigen, ausgereiften handwerklichen Arbeit.

    Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Carl-Peter Buschkühle war sich über die künstlerischen Arbeiten von Corinne Wasmuht einig: „Ihr Werk erscheint als das inhaltlich und formal komplexeste. Ihre differenzierte Thematisierung des Raumes und ihre entwickelte malerische Kultur werden hervorgehoben. Außerdem ist eine signifikante Entwicklung in ihrem Werk auszumachen, die eine weitere Entfaltung ihrer Malerei erwarten lässt.“

    „Die Preisverleihung wird am 16. Juli diesen Jahres in der Taufkirche von August Macke in Meschede stattfinden. In 2012 oder Anfang 2013 ist dann eine Ausstellung im Sauerland geplant“, zeigt Landrat Dr. Karl Schneider den zeitlichen Ablauf für die Überreichung des Macke-Preises auf.

    Zwei großformatige Bilder der Künstlerin schmücken die Lobby des Bundeskanzleramts in Berlin. Ihre Bilder sind in der Kunstszene äußerst begehrt. Zurzeit arbeitet Wasmuht an einem Bild, das Deutschland auf der diesjährigen Biennale in Venedig vertreten wird. In diesem Jahr nimmt die Kunstprofessorin auch den Oberrheinischen Kunstpreis entgegen. 2009 wurde sie von der Heitland Foundation ausgezeichnet.

    Der August-Macke-Preis wird unterstützt von der Brauerei C. & A. Veltins, den Sparkassen im Hochsauerlandkreis, von der Annegret und Hans-Richard Meininghaus-Stiftung, dem Hochsauerlankreis, der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung und von Sauerland Initiativ sowie vom August-Macke-Kuratorium.

    August Macke wurde am 3. Januar 1887 in Meschede/Hochsauerlandkreis geboren und gehörte zu den bekanntesten deutschen Malern des Expressionismus. Er nahm an beiden Ausstellungen des Blauen Reiters 1911 und 1912 teil.

     

    Die Jury 2011


    Fachjuroren (stimmberechtigt)

    Prof. Dr. Jean-Christophe Ammann, Frankfurt
    Prof. Dr. Stephan Berg, Leiter Kunstmuseum Bonn
    Prof. Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseum
    für Kunst- und Kulturgeschichte Oldenburg

     

    August-Macke-Kuratorium (stimmberechtigt)

    Christiane Kellersmann, Schmallenberg
    Michael Schaefer, Meschede
    Ernst-Michael Sittig, Arnsberg

     

    Hochsauerlandkreis (stimmberechtigt)

    Wolfgang Meier, Fachdienst Kultur/Musikschule
    als Vertreter von Landrat Dr. Karl Schneider

    Hochsauerlandkreis (nicht stimmberechtigt)

    Werner Wolff, Vorsitzender des Kulturausschusses
    Dr. Michael Schult, stv. Vorsitzender des Kulturausschusses

     

    Sitzungsleitung (nicht stimmberechtigt)

    Prof. Dr. Carl-Peter Buschkühle, Olsberg
    Professor für Kunstpädagogik der Universität Gießen
    Vorsitzender des August-Macke-Kuratoriums

     

    Protokoll (nicht stimmberechtigt)

    Astrid Schürmann, Fachdienst Kultur/Musikschule

     

    Die Sitzung der Jury hat am 9. Februar 2011 im Kunstmuseum Bonn stattgefunden.

    Kerstin Brätsch - 2014

    "Wir zeichnen diejenigen aus, die die Zukunft in sich tragen“.

    Mit diesen Worten beschrieb 2005 der Gründungsdirektor des Museums für moderne Kunst (MMK) in Frankfurt am Main und mehrmaliges Mitglied der Jury des August-Macke-Preises, Jean Christophe Ammann, die Ausrichtung des Preises, der nach dem in jungen Jahren verstorbenen Künstler benannt ist.

    Obgleich er nur 27 Jahre alt geworden ist , als er in den ersten Kriegswochen des 1. Weltkriegs fiel, gehört sein Werk zu den Klassikern der modernen Kunst. Im Gedenken an August Macke wird der Preis alle drei Jahre an herausragende jüngere Künstler vergeben. Seit 2008 wird er vom Hochsauerlandkreis ausgelobt, davor vergab ihn die Stadt Meschede als die Geburtsstadt Mackes.

    Die Preisträgerin 2014 ist die in New York und Berlin lebende Künstlerin Kerstin Brätsch. Am Samstag, den 21. Juni, wurde ihr der mit 20.000 € dotierte Kulturpreis feierlich in Meschede überreicht. Kerstin Brätsch erweitert, 100 Jahre nach Macke, die Grenzen der Malerei erneut und trägt insofern die Zukunft in sich. Sie schafft ihre Kunst inmitten der globalen Kultur, die wesentlich durch die elektronischen Medien bestimmt wird und in der der Markt auch die Kunst verändert hat. So arbeitet sie experimentell mit neuen Werkstoffen für die Malerei, nutzt z.B. transparente Folien als Bildträger anstelle der traditionellen Leinwand. Auch die Präsentation ihrer Bildwerke geschieht auf neuen Wegen: mitunter hängen die bemalten und bedruckten Kunststoffbahnen mitten im Raum oder werden zum Teil einer Installation, die Plastik und Malerei verbindet. Die Motive wirken oft abstrakt und zeigen Variationen von Strukturen und Mustern, die ebenso aus der Natur gewonnen werden können wie aus Graphikprogrammen am Computer. Kerstin Brätschs Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie auch unter den starken Einflüssen der massenhaften Verbreitung der elektronischen Bildmedien sowie des expandierenden Kunstmarktes eine originale künstlerische Position erarbeitet werden kann, die von der Konsequenz der Künstlerpersönlichkeit getragen ist.

    Michael Sailstorfer - 2017

    Michael Sailstorfer erhält den August-Macke-Preis des Hochsauerlandkreises 2017. Den Namen des Preisträgers gab Susanne Veltins, Inhaberin der Brauerei C. & A. Veltins, während eines Pressegespräches am Donnerstag, 30. März, bekannt. Der Macke-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre verliehen.

    Der aktuelle Preisträger Michael Sailstorfer wurde in Velden, Oberbayern geboren, lebt und arbeitet heute in Berlin. Von 1999 bis 2005 studierte Sailstorfer an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Olaf Metzel und erwarb 2004 am Goldsmiths College in London seinen Master in Fine Arts. Nach seiner Ausbildung nahm er als Stipendiat an mehreren Aufenthalten in Künstlerresidenzen teil, darunter drei Monate in der Villa Aurora in Los Angeles im Jahr 2005. Von 2010 bis 2011 lehrte er als Gastprofessor an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.

    Landrat Dr. Karl Schneider freute sich über die Entscheidung für Sailstorfer: „Es handelt sich um einen hervorragenden Bildhauer, der derzeit wohl zu den überraschendsten und einfallsreichsten Vertretern seiner Künstler-Generation zählt. Seit der Neuausrichtung des Preises vor knapp einem Jahrzehnt wurde nun erstmals ein Mann ausgezeichnet “.

    In der Begründung für die Verleihung des August-Macke Preises 2017 heißt es: Michael Sailstorfer hat sich bereits als junger Künstler in der Bildhauerei der Gegenwart eine eigene Position erarbeitet, indem er Dinge und Materialien des Alltags in eine neue Beziehung setzt und ihre Funktion verfremdet oder neue Nutzungen kreiert. Mit dieser Strategie des sinnfälligen Wechselns zwischen Realitätsebenen versteht er sich einerseits in der Nachfolge von Marcel Duchamp und Joseph Beuys und distanziert sich andererseits von deren Sendungsbewusstsein durch einen programmatischen Pragmatismus und Spielfreude. Durch die skurrile, ironische und auch witzige Wahrnehmungssituation, die seine Inszenierungen und Objekte – z.B. rotierende Autoreifen, wandernde Bäume, Betonmischmaschine als Popcorn-Apparat, Autos mit ofenartigen Verbrennungsmotoren – in Ausstellungsräumen begründen, ruft er beim Publikum Erstaunen, Faszination oder einfach ein Lachen hervor. Dabei beeindrucken nicht nur Bewegung, technische Tüftelei und Absurdität, sondern auch das sinnliche Wahrnehmen und Erfahren von Geräuschen, Gefühlen und Geruch sind grundlegend mit seinen belebenden Installationen verbunden. Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Carl Peter Buschkühle war sich über die künstlerischen Arbeiten von Michael Sailstorfer einig: „Seine Objekte und Installationen verorten sich selbstverständlich und ohne Attitüde im gesellschaftlichen Diskurs der Erlebniskultur und erweitern in ihrer Manier des Upcycling.“

    Der August-Macke-Preis wird unterstützt von der Brauerei C. & A. Veltins, den Sparkassen im Hochsauerlandkreis, von der Annegret und Hans-Richard Meininghaus-Stiftung, dem Hochsauerlankreis, der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung sowie vom August-Macke-Kuratorium.

    Die Preisverleihung mit Ausstellungseröffnung fand im Herbst 2017 statt.

    August Macke wurde am 3. Januar 1887 in Meschede/Hochsauerlandkreis geboren und gehörte zu den bekanntesten deutschen Malern des Expressionismus. Er nahm an beiden Ausstellungen des Blauen Reiters 1911 und 1912 teil.

    August Macke Förderpreis

    Im Rahmen des Gesamtkonzepts „August-Macke-Preis“ stiftet die Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung den „August-Macke-Förderpreis“.

    Der Kulturpreis wurde im Jahr 2009 zur Förderung, Würdigung und Verbreitung neuer künstlerischer Aktivitäten in Südwestfalen ins Leben gerufen. Er wird, wie der August-Macke Preis, alle drei Jahre vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert, die zweckgebunden zur Entwicklung der künstlerischen Arbeit verwendet werden müssen. Teilnahmeberechtigt sind Künstlerinnen und Künstler, die in der Region Südwestfalen (Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Kreis Olpe, Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Soest) nach 1984 geboren sind, seit mindestens zwei Jahren ihren ersten Wohnsitz in der Region haben oder nachweislich überwiegend in dieser Region künstlerisch tätig sind.

    Marina Zwetschler - 2009

    Marina Zwetzschler wurde 1984 in Meschede geboren. Sie hat von 2004 bis 2009 ein Studium der Bildenden Kunst an der Universität Dortmund bei Prof. Bettina van Haaren und Felix Dobbert absolviert. Marina Zwetzschler arbeitet und lebt in Soest und Werl.

    Hier geht's zur Homepage von Marina Zwetschler

     

    Ausstellungsbeteiligungen

    2006 „Naturstücke“, Naturkundemuseum Dortmund

    2007 „Pfandjäger - Ein zeichnerisches Projekt“, Rudolf Chadoire Pavillon der Universität Dortmund (Katalog)

    2008 Fachpraktische Prüfung, Rudolf Chadoire Pavillon der Universität Dortmund

    2009 „Doppelt im Visier, Kunst und Wissenschaft vor Ort in der Immanuelkirche in Dortmund-Marten und in der Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen“, Reinoldikirche Dortmund (Katalog)
    2009 „Fokussieren und Vernetzen“, zusammen mit Eva Willenbrink, Mathetower Universität Dortmund
    2009 „Schöpfungsberichte“ St. Michael Kirche Hagen
    2009 „Doppelt im Visier, Kunst und Wissenschaft vor Ort in der Immanuelkirche in Dortmund-Marten und in der Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen“, Kirche Dortmund Marten (Katalog) 
    2009 "Augenmerk", Arnsberger Kunstsommer



    Einzelausstellungen

    2009  "Verwirrungen - alltäglich", Südwestfälische Galerie Schmallenberg Holthausen (Katalog)
    2009 "Verwirrungen - alltäglich", Provinzial Münster (Katalog)



    Jury 2009


    Die Jury zur Verleihung des August-Macke-Förderpreises hat sich im Jahr 2009 wie folgt zusammengesetzt:

    Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung
    Helmut Rudolph

    August-Macke-Kuratorium
    Christine Schlering-Bertelsmeyer
    Prof. Dr. Carl Peter Buschkühle
    Michael Schäfer

    Hochsauerlandkreis
    Wolfgang Meier

    Protokoll
    Astrid Schürmann



    Jury Statement


    Künstlerin aus Werl erhält den mit  5.000 € dotierten
    August-Macke-Förderpreis 2009

    „Marina Zwetzschler ist eine junge Künstlerin mit unbedingt förderungswürdiger Persönlichkeit und Gestaltungskraft. Ihre künstlerischen Neigungen, Fähigkeiten und Leistungen sind herausragend“, begründet Jurymitglied Michael Schaefer den Entschluss der Jury.

    Die 24-jährige Marina Zwetzschler bewegt sich bei Sujetwahl und Wahl der Bildgattungen, Gestaltungsformen und bildnerischen Techniken mit großer Sicherheit. Ihre künstlerische Arbeitsweise ist stark von ihren individuellen Wesenszügen geprägt, die prägnante Bildergebnisse hervorrufen. Die Erfassung der Wirklichkeit sowie die Ausführung der Werke zeigen eine individuelle Sicht der Dinge und bringen ein eigenes Lebensgefühl zum Ausdruck.  „Die Künstlerin dringt mit Ernst und unermüdlicher Akribie in die Welt der kleinen und kleinsten Details ein. Unübersehbar sind ihre starke Emotionalität und Intuition, aber auch Differenziertheit, Sorgfalt und Präzision“, ergänzt Michael Schaefer vom August-Macke Kuratorium.

    Bei der Preisträgerin ist während ihres Studiums der Bildenden Kunst an der Universität Dortmund im Detail wie im Ganzen eine eindrucksvolle Entwicklung des künstlerischen Ausdrucks zu verfolgen, so die Jury. Die Arbeitsweise von Marina Zwetzschler ist geprägt von sensibler Wahrnehmung ihrer Gegenstände und experimentierfreudiger Ausführung der Werke, die sich schwerpunktmäßig in den Bereichen der Zeichnung und der Fotografie bewegen. Ihre Bildsprache ist geprägt von der ästhetischen Durchdringung des Sujets, welche verbunden wird mit Elementen des Spielerischen, der Ironie und der Komik.


    Die Verleihung des August-Macke-Förderpreises 2009 fand am 21. Juni 2009 im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „Verwirrungen - alltäglich“ in Schmallenberg-Holthausen statt.

     

    Verleihung und AusstellungseröffnungBis zur öffentlichen Verleihung und Würdigung der Preisträgerin musste einige Zeit vergehen, um die Verleihung mit der Eröffnung einer Ausstellung sowie dem Erscheinen eines Kataloges verknüpfen zu können. Als Glücksfall erwies sich, dass diese Ausstellung in der Südwestfälischen Galerie, die im Westfälischen Schieferbergbau- und Heimatmuseum in Schmallenberg-Holthausen beheimatet ist, wenige Tage nach ihrer Errichtung gezeigt werden konnte. Die Ausstellung von Werken Marina Zwetzschlers (vom 21. Juni bis zum 12. August 2009) und die vorzügliche Katalogdokumentation fanden reiche Beteiligung und Anerkennung. Hohe Besucherzahlen während der Ausstellung –auch im Zusammenhang mit der Südwestfälischen Galerie – sprechen für sich.

    Kommentar Frau Zwetzschler
    Mehr als 100 Schachteln Glück, Freiheit, Freunde, etc. kauften die Ausstellungsbesucher während der Ausstellungsdauer in Holthausen aus einem Automaten von Marina Zwetzschler. Der Automat war ein ehemaliger Zigarettenautomat, der ganz neu befüllt wurde. Die Besucher bekamen daraus eine Schachtel mit der entsprechenden Aufschrift und in jeder dieser Schachteln befand sich ein Foto zu dem Thema.
    Auch viele Besucher, die nicht zu der Eröffnung der Ausstellung kommen konnten, nutzten im Anschluss die Möglichkeit, die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Museums zu besuchen und entdeckten dabei die tolle Sammlung des Holthauser Museums.

    Kommentar Museum
    „Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass wir als Gastgeber für die Verleihung des Förderpreises fungieren durften und die beeindruckende Ausstellung von Frau Zwetzschler bei uns als erstes zu sehen war“, sagte der 1. Vorsitzende des Museumsvereins Ferdinand Hennemann. „Die Ausstellung stellt für uns den Ausgangspunkt für weitere Präsentationen von Nachwuchskünstlern in der Südwestfälischen Galerie dar“ so der 1. Vorsitzender weiter.

    Silke Albrecht - 2012

    1986 geboren in Soest 2006-2010 Kunstakademie Münster, Prof. Michael van Ofen2010-2012 Kunstakademie Düsseldorf, Prof. Andreas Gursky


    Förderung

    2011 Jahresstipendium der Best-Gruppe


    Einzelausstellungen

    2011 Stipendiumsausstellung, Best-Gruppe, Düsseldorf

    2010 Malerei, Quatier 7, Münster perforated places, Galerie Hans Tepe, Damme


    Ausstellungen

    2011
    Förderpreisausstellung, PSD Bank, Düsseldorf


    2010

    Kontakt 10, FB 69, Münster
    C.A.R., Zeche Zollverein, Essen
    Kunst in der Region, Kloster Gravenhorst, Horste


    2009

    Malerei 09, RWE Tower, Dortmund
    Auswahlausstellung des Cusanuswerkes,
    Moratinstitut, Freiburg i. Br.

     

    Die Verleihung des Preises fand im Herbst 2012 im Schmallenberger Kunsthaus "Alte Mühle" im Rahmen der Ausstellungseröffnung statt.

     

    www.silke-albrecht.de

     

     

    Die Jury

     

    Die Jury zur Verleihung des August-Macke-Förderpreises hat sich im Jahr 2012 wie folgt zuammengesetzt:

    Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung
    Helmut Rudolph

    August-Macke-Kuratorium
    Prof. Dr. Carl Peter Buschkühle
    Peter Engels
    Gabriele Landfried

    Hochsauerlandkreis
    Dr. Klaus Drathen

    Protokoll 
    Astrid Schürmann

     

    Stellungnahme zur Juryentscheidung:

    Bei Frau Albrechts neueren Arbeiten, mit denen sie sich um den August-Macke-Förderpreis beworben hat, handelt es sich um großformatige (150 x 200 cm) Mischtechniken, die collageartigen Charakter haben. Es sind abstrakte Werke, die aber immer gegenständliche Anklänge aufweisen. Bereits seit längerem arbeitet die Studentin der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse Prof. Andreas Gursky) im Bereich der Abstraktion und hat mit abstrahierenden Kopf-Arbeiten und freien malerischen Experimenten bereits erfolgreich an verschiedenen Ausstellungen teilgenommen. Mit den neueren Arbeiten vollzieht sie im Medium und in der Wahl der Materialien einen auffälligen Wandel. Sie wendet sie ab von der traditionellen Technik Öl auf Leinwand und experimentiert mit Spray, Lack, Garn und Textilien auf Leinwand.

    Experimentelle Abstraktion ist mithin das kontinuierlich entwickelte Merkmal des bisherigen Werkes der jungen Künstlerin. Dabei hat sie insbesondere mit den aktuellen Arbeiten eine bemerkenswerte Souveränität und Eigenständigkeit im Umgang mit ihren gestalterischen Mitteln erlangt. Sie beherrscht die Fläche des großen Formates sicher. Von sensiblem Gespür für die Materialen, ihre  Oberflächenbeschaffenheiten und ihr ästhetisches Wechselspiel sind diese Arbeiten geprägt. Sie werden umso freier, bringen eine autonome Bildwirklichkeit zur Darstellung, je mehr sie sich von der Einbeziehung abbildhafter Elemente lösen und Farben, Muster, Werkstoffe in ein kompositorisches Spiel versetzen. Die Dinge spielen miteinander, Farben und textile Oberflächen bilden Kontrastverhältnisse, ebenso das Spiel mit Proportionen, Bewegungsrichtungen und Farbverhältnissen. Mitunter wird die große Leinwand in Teilflächen unterschiedlicher Farbigkeit und Oberflächenstrukturen gegliedert, darauf und darin bewegen sich detaillierte Formelemente, in anderen Arbeiten entfalten sich die Formen schwebend und fließend in einem offenen Bildraum. Die Dinge sind in den Bildern, was sie sind: Textile Fragmente mit ihren Mustern und Ornamenten, Farbe, die nichts darstellen muss, sondern tut, was Farbe tut, wenn man sie lässt: Fließen, laufen, sich vermengen, Strukturen bilden.

    Mit ihren multimedialen Collagearbeiten hat Silke Albrecht eine eigenständige, charakteristische, bildhaft spielerische und zugleich gestalterisch komplexe Darstellungsform entwickelt. Damit erfüllt sie in hervorragendem Maße die Kriterien des August-Macke-Förderpreises, der junge Künstler fördern möchte, deren junges Werk bereits eine sichtbare Entwicklung einer eigenen Formensprache aufweist und Perspektiven für die Entwicklung einer signifikanten künstlerischen Position eröffnet.

    Carl-Peter Buschkühle
    10.6.2012

    Lioba Schmidt - 2015

    Lioba Schmidt gewinnt den August-Macke-Förderpreis 2015

    Das Votum der Jury, die am 12. Mai im Kreishaus tagte, war einstimmig: Lioba Schmidt wird der August-Macke-Förderpreis 2015 zuerkannt. Die 21-jährige Lioba Schmidt stammt aus Siedlinghausen und besuchte das Gymnasium der Benediktiner in Meschede. Nach dem Abitur ging sie nach Münster, wo sie an der Kunstakademie freie Kunst und Kunst für das Lehramt an Gymnasien bzw. Gesamtschulen studiert.

    Es ist das dritte Mal, dass der August-Macke-Förderpreis Preis verliehen wird. Er geht an junge Künstlerinnen oder Künstler, die jünger sind als 27 Jahre und entweder in Südwestfalen geboren sind, hier leben oder arbeiten. Der Preis wird gestiftet von der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung sowie der Annegret und Hans-Richard Meininghaus-Stiftung. Er soll dazu dienen, junge Künstlerinnen und Künstler aus der Region zu fördern, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen und bereits mit einer hohen Qualität ihres Werkes hervortreten. Wie der ‚große Bruder‘, der August-Macke-Preis des Hochsauerlandkreises, wird auch der August-Macke-Förderpreis alle drei Jahre vergeben. Es lagen dieses Mal 18 Bewerbungen vor, darunter eine ganze Reihe hochwertiger künstlerischer Positionen. Die Jury hatte also die Qual der Wahl, aber am Ende fiel das Votum doch klar für Lioba Schmidt aus. Die Jury bildeten: Annegret Meininghaus, Ernst-Michael Sittig und Carl-Peter Buschkühle vom August-Macke-Kuratorium sowie der Kreisdirektor des Hochsauerlandkreises Dr. Klaus Drathen und Thomas Tenkamp, Geschäftsführer der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung.

    Die Jury war beeindruckt von der malerischen Qualität der Bilder von Lioba Schmidt. Meist in Öl auf Leinwand gearbeitet, zeugen ihre Gemälde bereits in dieser frühen Phase der Entwicklung von einem ausgeprägten Gespür für die Ausdruckskraft der Farbe und der malerischen Geste. Was vielen Künstlern nicht gelingt, ist ein Charakteristikum ihrer Bilder: sie malt Figuren, denen eine Poesie innewohnt. Diese wird spürbar in den oft nur angedeuteten Gesichtern, sie wird erfahrbar in den Gesten und Handlungsmomenten, in denen die Figuren erscheinen.

    Am 4. September 2015 fand die Preisverleihung im Kreishaus Meschede statt. Eine Ausstellung mit Werken von Lioba Schmidt war dann in der Zeit von Anfang März bis Ende April 2016 im Museum Haus Hövener zu sehen.

     

    Pressetext

    „Fühle mich so geehrt“

    August-Macke-Förderpreis für Lioba-Schmidt: „Dieser Preis gibt mir Zuversicht“

    Hochsauerlandkreis. Als alle Lobreden verklungen waren, ging Lioba Schmidt, die junge Künstlerin, die soeben den August-Macke-Förderpreis erhalten hatte, zum Rednerpult und verlieh in wenigen Worten einem starken Gefühl Ausdruck: „Ich fühle mich so geehrt. Dieser Preis ist eine Anerkennung und gibt mir Zuversicht in dem, was ich mache und was noch kommt.“ Spontaner Beifall war die Reaktion des Publikums auf diese sympathische Art, wie die junge Malerin diesen Preis entgegen nahm. Ihre Werke werden im kommenden Frühjahr im Haus Hövener in Brilon gezeigt.

    Einige Bilder konnten im Rahmen der Verleihung bereits am Freitag (04.09.) im Kreishaus Meschede in Augenschein genommen werden. „Diese zeigen“, so Prof. Carl-Peter Buschkühle in seiner Laudatio, „einen souveränen und eigenständigen Umgang mit der Malerei, eine Suche nach einem eigenen Weg.“ Der Vorsitzende der Jury ist auch gleichzeitig Vorsitzender des August-Macke-Kuratoriums. Man merkt, dass ihm dieser Nachwuchspreis am Herzen liegt: „Lioba Schmidt wurde auch deshalb aus 18 Bewerbungen ausgewählt, weil ihr Pinsel-Ductus lebendig, manchmal brutal, aber auch manchmal einen poetischen Eindruck hinterlässt: Sie schafft aus der Bewegung heraus etwas Figuratives, bleibt also nicht starr, sondern schafft einen erlebnishaft starken Impuls.“

    Überzeugt von der Qualität der Arbeiten war auch Landrat Dr. Karl Schneider, der zu Beginn der Veranstaltung das Zusammenspiel von August-Macke-Kuratorium, Sponsoren und den mit dem Preis angestrebten Zielen verdeutlichte: „Unsere Sponsoren unterstützen mit einem hohen persönlichen Engagement den August-Macke-Preis und seinen kleinen Bruder, den August-Macke-Förderpreis, der ein klassischer Nachwuchspreis ist. Ob Veltins, die Sparkassen, die Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial-Versicherung oder auch die Meininghaus-Stiftung des rührigen Ehepaares Annegret und Hans-Richard Meininghaus: Sie alle stehen hinter der Idee, dass unsere Region „August-Macke-Region“ ist, also selbstbewusst antritt, Räume für aktuelle Malerei zu schaffen. Neben starken wirtschaftlichen Faktoren hat zeigt Südwestfalen eben auch, dass große Kunst hier ihren Ursprung hat und auch Räume und Bezüge zu den Menschen herstellt.“

    Kuratorium

    August-Macke-Preis der Stadt Meschede

    Im Jahre 1959 wurde ein "August Macke-Förderpreis" für junge Künstler von den Landkreisen Arnsberg, Brilon, Meschede und Olpe gestiftet und vom "Kulturring für das kurkölnische Sauerland" 1959, 1964 und 1969 vergeben.

    In Folge der kommunalen Neugliederung wurde diese Vergabe eingestellt. Im Jahre 1974 beschloss der Rat der Stadt Meschede auf Betreiben von Michael Schaefer und Hans Liese, in Zukunft den "August Macke-Preis der Stadt Meschede" zu vergeben, und zwar - anders als bisher - als Leistungspreis.Der Mescheder Stadtrat berief für die Preisvergabe das "Kuratorium August Macke-Preis". Der Preis sollte nicht nur Gesamtwerke, sondern auch eigenständige Beiträge zur Vielfalt und Entwicklung der Bildenden Künste auszeichnen. Er wurde vorwiegend für Leistungen vergeben, die einen besonderen Bezug zum Land Nordrhein-Westfalen haben. Auch Eigenbewerbungen von Künstlerinnen und Künstlern, die in NRW geboren oder seit mindestens einem Jahr wohnhaft sind, waren möglich.

    Das "Kuratorium August Macke-Preis"entschied eigenständig über alle Einzelheiten der Preisvergabe und führt den Wettbewerb durch. Vor allem wurde vom Kuratorium die jeweilige Jury berufen; sie allein entschied über den Preisträger bzw. die Preisträgerin.

    Mitglieder des heutigen Kuratoriums

    Aus den Mitgliedern des (früheren) Kuratoriums „August-Macke-Preis der Stadt Meschede“ in der Besetzung der Jahre 1990-2005 sind dies nach dem Ausscheiden von Dieter Wurm und Michael Schäfer noch:

    • Prof. Dr. Carl-Peter Buschkühle (Vorsitzender seit Dezember 2009)
    • Prof. Dr. Helmut Moczala
    • Christine Schlering-Bertelsmeyer


    Hinzugekommen sind:

    • Dr. Andrea Brockmann, Stadt Schmallenberg
    • Peter Engels, Kunstkreis Papen-Gesellschaft Marsberg
    • Christiane Kellersmann, kunsthaus alte mühle, Schmallenberg
    • Christoph Mause, Meschede
    • Annegret Meininghaus, Meschede
    • Cornelia Reuber, Hochsauerlandkreis
    • Dr. Jürgen Schulte-Hobein, Sauerland-Museum Arnsberg
    • Ernst-Michael Sittig, Kunstverein Arnsberg
    • Kathrin Ueberholz, Stadt Arnsberg


    Weitere Mitglieder können durch den Landrat des Hochsauerlandkreises in das Kuratorium berufen werden. Hierbei handelt es sich insbesondere um Vertreter der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial-Versicherung, sonstige Stifter und Sponsoren, Vertreter der Wirtschaft, der Finanzwelt und der Medien.


    Die oben genannten Mitglieder bilden im Kuratorium den inneren Aktivkreis, dem die inhaltlich-programmatische Mitwirkung bei der Verwirklichung der Stiftungszwecke obliegt.


    Aufgaben des Kuratoriums

    Die Aufgaben des Kuratoriums sind:

    • das Fördern des öffentlichen Erinnerns an August Macke und an seine Verwurzelungen in Stadt, Region und Land
    • die Mitsorge für Gelegenheiten öffentlicher Wahrnehmung des Lebens und Schaffens August Mackes
    • die Beteiligung am Dienst an der Gegenwartskunst
    • die Fortsetzung der Vergaben des "August-Macke-Preises"

     

    Das schließt ein, die langfristige Ausrichtung des Preises, die Regelung der einzelnen Vergabe, die eventuelle Beschränkung auf ein Segment der Bildenden Kunst oder besonderer Auswahlkriterien, die Besetzung der jeweiligen Jury mit auswärtigen Sachverständigen und einzelnen Mitgliedern des Kuratoriums, die Mitwirkung an Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbs des Preisträgers, Verleihung, Ausstellung des Preisträgers, Pflege und Vergabe des vom HSK ebenfalls durchgeführten „August-Macke-Förderpreis“ (gestiftet von der „Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung Münster).

    Das umfasst:

    • die thematische Bestimmung des Wettbewerbsgebietes
    • die Durchführung des Wettbewerbs
    • Bestimmung der Jury
    • Verleihung und Ausstellung
    • Beratung des Stifters in Fragen des Ankaufs von Werken
    • der langfristigen Vorbereitung einer "Preisträger-Galerie"
    • Unterstützung von Veröffentlichungen und Archivierungen
    • Mitsorge für eine Dezentralisierung von dafür geeigneten Veranstaltungen oder Sitzungen

    August Macke


    Lebenslauf

    1887
    Am 3. Januar in Meschede im Sauerland geboren. Sein Vater, eine künstlerisch veranlagte Natur, war Tiefbauingenieur und Bauunternehmer (gest. 1904).

    1896-1904
    Schuljahre in Köln und Bonn, bis zur Unterprima 1904

    1904-1906
    Düsseldorf: Kunstakademie und Abendklasse der Kunstgewerbeschule, deren Vielseitigkeit ihn mehr befriedigte (Lehrer F. H. Ehcncke). Entscheidende Anregungen in dem Kreis um Louise Dumont, Schauspielerin und Leiterin des Schauspielhauses, für das er Bühnendekorationen und Kostüme entwarf.

    1905
    Erste Italienreise mit Walther und Elisabeth Gerhardt.

    1906
    Mit den Dichtern Willy Schmidtbonn und Herbert Eulenberg und dem Bildhauer Claus Cito Rheinreise nach Holland, Belgien. Anschließend kurzer Aufenthalt in London.

    1907
    Frühjahr bei seiner Schwester in Kandern. Im Juni, von Bernhard Koehler finanziell unterstützt, in Paris.

    1907-1908
    Ein halbes Jahr in Berlin, Freundschaft mit Bernhard Koehler. Oktober - Januar Schüler von Lovis Corinth.

    1908
    April, zweite Reise nach Italien mit der Familie Gerhardt. Juli zweite Reise nach Paris mit Bernhard Koehler.

    1908-1909
    Seit Oktober einjähriger Militärdienst.

    1909
    am 5. Oktober Heirat mit Elisabeth Gerhardt. Reise nach Frankfurt, Colmar, Basel, Bern. Besuch bei Louis Moilliet. Anschließend zu dritt nach Paris, dort Bekanntschaft mit Carl Hofer.

    1909-1910
    Tegernsee. Geburt des 1. Sohnes Walter. Gemeinsame Arbeit mit seinem Vetter Helmut Macke; Besuche von Bernhard Koehler und dessen Sohn — Wohnung im Staudacher-Haus. — Freundschaft mit Franz Marc, von dem er Arbeiten in der Kunsthandlung Brakl in München gesehen hatte. Erster, nicht verwirklichter Plan zu einer gemeinsamen Ausstellung mit Gleichgesinnten bei Brakl. — Matisse-Ausstellung in München. Besuche bei Franz Marc in Sindeisdorf.

    1911
    Bonn. (Atelier in der Bornheimerstraße). Bekanntschaft mit dem Kunsthistoriker Dr. Walter Cohen, dem Schriftsteller E. A. Greeven, Dr. Alfred Soennecken und der Familie Worringer in Köln. Berührung mit der Neuen Künstlervereinigung in München (Kandinsky, Jawlensky etc.). Ständige Korrespondenz mit Franz Marc, auch über Farbtheorie und die Beziehungen zwischen Malerei und Musik. Im Oktober in Sindeisdorf bei Marc; Zusammenarbeit mit Kandinsky und Marc am Almanach »Der Blaue Reiter«. Nimmt mit 3 Bildern an der 1. Ausstellung der Redaktion des »Blauen Reiters« in der Galerie Thannhauser, München, teil. Sieht diese Ausstellung erst in Köln, im Januar 1912.

    1912
    Ausstellungen in Moskau, in der Kölner Sezession im Kunstgewerbemuseum, Kollektivausstellung in der Galerie Thannhauser, München, im Kunstverein Jena, in Köln, Dresden. Internationale Sonderbundausstellung in Köln. Ausstellung der italienischen Futuristen in Köln. Reise nach Paris mit Franz Marc, Bekanntschaft mit Delaunay und Apollinaire.

    1913
    Delaunay-Ausstellung in Köln. Besuch von Delaunay und Apollinaire bei Macke in Bonn. Organisation der Ausstellung »Rheinische Expressionisten« in Bonn. Zur Vorbereitung und Teilnahme an der Ausstellung »Erster deutscher Herbstsalon im Sturm«; Reise nach Berlin, Reise nach Hamburg.

    1913-1914
    November: Übersiedlung mit seiner Familie nach Hilterfingen am Thuner See. Verkehr mit Louis Moilliet. Reise in die Westschweiz. Besuche von Paul Klee und Bernhard Koehler. April: Reise nach Tunis mit Paul Klee und Louis Moilliet. Im Sommer in Bonn und Kandern.

    1914
    Mit Kriegsbeginn am 3. August eingezogen. Verleihung des Eisernen Kreuzes am 20. September. Gefallen am 26. September bei Perthes-les-Hurlus in der Champagne.


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